Visit-a-Church
Key Image Schlosskirche
Schlossplatz 1
06886 Lutherstadt Wittenberg
Germany
Denomination: Lutheran
Congregation: Schlosskirchengemeinde (Evangelische Kirche in Mitteldeutschland, Propstsprengel Halle-Wittenberg, Kirchenkreis Wittenberg)
Geogr. Coordinates: 51.86645° N, 12.63791° E
Geo Location
Reference year: 1509
Architectural style: Gotik
Building type: Saalkirche
Description: Spätgotische Saalkirche mit umlaufender Empore und Nordwestturm, im 19. Jahrhundert tiefgreifend umgestaltet; UNESCO-Weltkulturerbe seit 1996 (Luthergedenkstätten in Eisleben und Wittenberg)
Building material
  • Turm aus Ziegelmauerwerk und Sandstein
Noteworthy
  • Thesentür (Ferdinand v. Quast, 1858)
Altar
  • Altar aus französischem Kalkstein (Altarkreuz aus Tirol, um 1890), gestaltet nach dem Sebaldusgrab in Nürnberg
Pulpit
  • Kanzel (Robert Toberentz und Wilhelm Lober, 1890)
Font
  • Sechsseitiges, eisernes Taufbecken (Königl. Eisengießerei bei Berlin, 1832; Enwurf Karl Friedrich Schinkel zugeschrieben)
Organ
  • Orgel erbaut 1863/64 von Friedrich Ladegast in Weißenfels, 1885–92 erweitert mit neuem Prospekt, 1994 von der Bautzener Orgelbaufirma Hermann Eule restauriert; vier Manuale und Pedal, 57 Register; Chororgel erbaut 1965 von Orgelbau Schuke, Potsdam, für das Evang. Predigerseminar, seit dessen Umzug 2012 in der Schlosskirche
Windows
  • Glasfenster im Chor (Entwurf Willy Döring und Moritz Ehrlich, Ausführung Berliner Institut für Glasmalerei, 1891) in enger Anlehnung an Dürers Kupferstiche
Noteworthy
  • Grabplatte der Herzogin Elisabeth, Tochter Rudolfs II. (gest. 1353)
  • Sandsteinplatte mit neun weiblichen Heiligen (vermutlich Seitenplatte des Grabs von Herzogin Elisabeth)
  • Bronzegrabplatten der Kurfürsten Friedrich (gest. 1525) und Johann (gest. 1532), Vischerwerkstatt Nürnberg
  • Tumba mit Bronzeplatte über dem Grab Luthers (um 1560) und Luther-Bronzeepitaph (1852 gestifter Nachguss des Originals von 1548 aus der Stadtkirche Jena)
  • Reformatorenbilder (Luther und Melanchthon) nach verschollenen Gemälden von Lukas Cranach (Mitte 18. Jh.)
  • Reformatorenstatuen aus Kalkstein: Martin Luther (Riesch, 1890), Philipp Melanchthon (Geyer, 1890), Johannes Brenz (1890) u. a.
  • Zweiteiliges Fürstengestühl (Entwurf Friedrich Adler, Ausführung Wilhelm Lober, 1892); in der Nähe des Altars aufgestellt, um die enge Verknüpfung von „Thron und Altar“ sichtbar zu machen
  • „Güstrower Ehrenmal“, Gips-Abguss der Skulptur „Der Schwebende“ aus dem Güstrower Dom (Original von Ernst Barlach 1927 verschollen), Gesicht mit dem Abbild von Käthe Kollwitz; im Rahmen der Ausstellung zum 500-jährigen Reformationsjubiläumg bis 27.08.2017
History:
1338:   Erste Erwähnung der Vorgängerkirche („Allerheiligenkapelle“)
1489:   Abriss der Vorgängerkirche
17/01/1503:   Weihe zur „Allerheiligenkirche“
1509:   Fertigstellung der heutigen Schlosskirche aus dem Nordflügel des Schlosses (Baumeister Konrad Pflüger; begonnen 1496)
31/10/1517:   Anschlag der 95 Thesen durch Martin Luther
13/10/1760:   Zerstörung durch Brand im Siebenjährigen Krieg
1770:   Erneute Weihe der Kirche „soli Deo“ (Gott allein) nach vierjährigem Wiederaufbau durch Christian Friedrich Exner
1813:   Brand des Schlosskirchenturms
10/11/1858:   Übergabe der neugestalteten Thesentür (Ferdinand v. Quast, 1858)
31/10/1892:   Weihe der seit 1885 im Stil der Neogotik umgestalteten Kirche, Umbau zur „Gedächtniskirche der Reformation“ (Architekt Oberbaurat Friedrich Adler) im Auftrag von Kronprinz Friedrich Wilhelm („Pantheon deutscher Geisteshelden“)
1922:   Gründung des Deutschen Evangelischen Kirchenbundes durch 28 evangelische Landeskirchen
1933:   Wahl des „Reichsbischofs“ Ludwig Müller durch die „Nationalsynode“
1983:   Renovierung anlässlich Luthers 500. Geburtstags
Oct 1989:   Wöchentliche „Gebete um Erneuerung“ als Teil der Widerstandsbewegung gegen die kommunistische DDR-Regierung
31/10/1994:   Wiedereinweihung der rekonstruierten Ladegast-Orgel
1996:   Aufnahme in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes
2013:   Wiedereinbau der Turmuhr aus dem 19. Jh. in den über zehn Jahre hinweg sanierten Dachreiter
02/10/2016:   Wiedereröffnung der Schlosskirche nach vierjährigen, umfassenden Sanierungs- und Restaurierungsarbeiten
Important persons:
Architekt:  Exner, Christian Friedrich (1718–1798, deutscher Baumeister des Rokoko)
Pflüger, Konrad (1450–1506, deutscher Baumeister der Spätgotik)
Bauherr:  Friedrich III. (Deutsches Reich) (1831–1888, Kaiser des Deutschen Reichs 1888)
Geistlicher:  Luther, Martin (1483–1546, deutscher Reformator)
Gemeindeglied:  Friedrich III. (Sachsen), „der Weise“ (1463–1525, Kurfürst von Sachsen, begraben in der Schlosskirche Wittenberg)
Melanchthon, Philipp (1497–1560, deutscher Humanist und Reformator)
Orgelbauer:  Ladegast, Friedrich (1818–1906, deutscher Orgelbauer)
Alexander Schuke Orgelbau GmbH (Orgelbauunternehmen in Potsdam, gegründet 1820, benannt nach Alexander Schuke, dem Eigentümer ab 1894)
Dimensions:
Nave Span [m]:  13
Length [m]:  53
Nave Height [m]:  22
Tower Height [m]:  88
Sources
Evang. Predigerseminar (Hg.): Die Orgel in der Schlosskirche zu Wittenberg, Wittenberg
Gruhl, Bernhard, Achim Bunz: Die Schlosskirche in der Lutherstadt Wittenberg, Schnell & Steiner, Regensburg 2016
© 2020
TuK Bassler
CC-BY-SA 4.0