Visit-a-Church
Key Image Basilika Birnau St. Maria
Birnau-Maurach 5
88690 Uhldingen-Mühlhofen (Birnau)
Deutschland
Konfession: Röm.-kath.
Gemeinde: Priorat Birnau (Casa Generalizia dell'Ordine Cistercense, Congregatio Augiensis / Mehrerauer Kongregation, Abtei Wettingen-Mehrerau)
Geogr. Koordinaten: 47,74618° N, 9,21913° O
Geo Location
Referenzjahr: 1750
Baustil: Barock
Gebäudetyp: Saalkirche
Beschreibung: T-förmige, barocke Saalkirche mit Ordensgebäude als Schauseite der Kirche (erinnert mit seinen beiden seitlichen Risaliten an die Salemer Klosteranlage); vordere Fassade parallel zum Seeufer und darum Kirche nicht geostet; Turm aus dem Kirchengebäude ausgelagert, um den Ordensregeln der Zisterzienser zu entsprechen
Namensgebung: Nach Maria, der Mutter Jesu (Patrozinium Mariä Heimsuchung)
Außenanlagen
  • Friedhof für 97 KZ-Häftlinge aus dem KZ Aufkirch, die zu einem Trupp von rund 800 Häftlingen aus dem KZ Dachau gehörten, die westlich von Überlingen ein unterirdisches Stollensystem in den Molassefelsen trieben, in dem die Friedrichshafener Rüstungsbetriebe Dornier, Zeppelin, ZF und Maybach vor Bomben geschützt sein sollten (Goldbacher Stollen)
Sehenswert
  • 10 Uhren an und in der Kirche, darunter 3 Sonnenuhren
Altar
  • 7 Altäre wie im Petersdom (Rom), 3 davon aus Altbirnau übernommen; Putto des Bernhardsaltars als »Honigschlecker« berühmt
Orgel
  • 1991 von der Orgelbaufirma Mönch (Überlingen) gebaut; 39 Register und 2644 Pfeifen auf drei Manualen und Pedal
Sehenswert
  • Gnadenbild (um 1420): spätgotische Sitzmadonna, die eine Krone (1733) trägt und auf einem gepolsterten Podest sitzt; auf ihrem Schoß sitzt das Christuskind, das ein Kruzifix in der Hand hält; der Fuß ihres Thrones zeigt eine Mondsichel, ein Symbol aus der Johannesapokalypse; der Apfel in ihrer Rechten verweist auf die Ursünde
  • Innenausmalung durch Gottfried Bernhard Göz (1708–1760): ein mariologisches Bildprogramm, das um das Gnadenbild der Marienfigur herum geplant ist
Geschichte:
1227:   Stiftung eines Weinbergs als „Seelgerät“ an die Schwestern „de Birnowe“, wahrscheinlich eine Beginengemeinschaft
27.03.1384:   Inkorporation der Wallfahrtskapelle Altbirnau in das Kloster Salem durch Bulle Papst Urbans VI.
Frühes 15. Jh.:   Birnauer Gnadenbild sorgt für starken Aufschwung der Wallfahrt, Bau einer größeren Kirche
17.03.1746:   Beschluss für Verlegung und Neubau der Wallfahrtskirche
11.06.1747:   Grundsteinlegung, Baumeister Peter Thumb
20.09.1750:   Weihe
Spätes 18. Jh.:   Errichtung der neuen Kirche bedeutete einen starken Rückgang der Marienwallfahrt; auch wurde durch die Verlegung des Heligtums, gegen die die Reichsstadt Überlingen Protest eingelegt hatte, das Verhältnis der frommen Bevölkerung zur Birnau nachhaltig gestört
30.04.1804:   Letzter Gottesdienst nach Auflösung des Klosters
1808:   Schließung der Kirche bis zum Ende des 1. Weltkriegs; Abriss von Dachreiter (1810) und Sakristei (1832)
20.11.1919:   Erster Gottesdienst nach dem Erwerb durch die Zisterzienserabtei Wettingen-Mehrerau (Bregenz)
1941:   Schließung von Kirche und Priorat bis 1945
09.04.1946:   Umbettung der in einem Massegrab verscharrten KZ-Häftlinge auf dem KZ-Friedhof Birnau
1969:   Abschluss der 1964 begonnen Generalsanierung der Bausubstanz
1971:   Erhebung zur Basilica minor; heute einer der beliebtesten Wallfahrtsorte im Bodenseeraum
2004:   Abschluss der 1996 begonnenen Sanierungsarbeiten an Fundamenten, Innen- und Außenraum
Wichtige Persönlichkeiten:
Namenspatronin:  Mariä Heimsuchung (Die schwangere Maria besucht ihre Verwandte Elisabeth, Mutter Johannes des Täufers)
Quellen
Knapp, Ulrich: Birnau am Bodensee. Basilika Unsere Liebe Frau, Schnell & Steiner, 2015
Wikipedia: Wallfahrtskirche Birnau, https://de.wikipedia.org/wiki/Wallfahrtskirche_Birnau, abgerufen 24.05.2021
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TuK Bassler
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