Visit-a-Church
Key Image Naumburger Dom St. Peter und Paul
Domplatz 16/17
06618 Naumburg
Deutschland
Konfession: Ev.-luth.
Gemeinde: Evang. Kirchengemeinde Naumburg (Evangelische Kirche in Mitteldeutschland, Propstsprengel Halle-Wittenberg, Kirchenkreis Naumburg-Zeitz)
Geogr. Koordinaten: 51,15475° N, 11,804° O
Geo Location   
Referenzjahr: 1242
Baustil: Romanik und Gotik
Gebäudetyp: Basilika
Beschreibung: Doppelchörige, dreischiffige Basilika mit zwei Osttürmen und zwei Westtürmen sowie einem Querhaus im Osten; UNESCO-Welterbe seit 2018 (Naumburger Dom)
Namensgebung: Nach den Aposteln Petrus und Paulus
Glocken
  • Vierteiliges Geläut; die älteste Glocke ist 1502 von Geert van Wou gegossen
Orgel
  • 1982, Firma Eule aus Bautzen, mit 28 Registern auf zwei Manualen und Pedal
Sehenswert
  • Romanisches Kruzifix in der Krypta, um 1170
  • Elisabethstatue, um 1235 in der Elisabethkapelle
  • Westlettner mit Passionsreliefs und Kreuzigungsgruppe auf Augenhöhe, geschaffen durch den namentlich nicht bekannten Naumburger Meister, der an den Kathedralen zu Noyon, Reims und Amiens mitgearbeitet hatte und danach in Straßburg und in Mainz tätig war
  • 12 Stifterfiguren, 8 Männer und 4 Frauen, im Westchor aus Grillenburger Sandstein: Die zur Zeit seiner Errichtung amtierenden Landesherren und Stifter sind in den Arkadenfries im Innern des Westchors eingebunden; es sind die Brüder Ekkehard II. und Hermann, Markgrafen von Meißen, und ihre Ehefrauen, die in der Kunstgeschichte weltberühmte Uta und Reglindis: die beiden kinderlosen Paare stifteten ihren ganzen Besitz der Kirche, die übrigen 8 Stifter nur einen Teil; die Besonderheit der Stifterfiguren liegt u.a. in ihrer wirklichkeitsnahen Darstellung der Kleider und Waffen, aber auch in der Darstellung von Laien an einem Platz, der sonst nur Heiligen vorbehalten war
  • Glasfenster in der Elisabethkapelle von Neo Rauch; sie zeigen idealisierte Szenen aus dem Leben Elisabeths: ihre Verabschiedung von ihrem Mann vor dem Aufbruch zum Kreuzzug, Kleiderspende an Bedürftige und Pflege von Kranken
Geschichte:
1021:   Urkundliche Erwähnung der Vorvorgängerkirche, einer kleinen, der Hl. Maria geweihten Stiftskirche, von der zwei Turmwände übernommen wurden
1029:   Baubeginn der Vorgängerkirche, einer frühromanischen Kathedrale östlich der Stiftskirche, ein Jahr nach der Verlegung des Bischofssitzes nach Naumburg, vor 1044 geweiht
Um 1170:   Errichtung der hochromanischen Hallenkrypta, die als einziger Bauteil in den spätromanisch-gotischen Dom übernommen wurde
Um 1210:   Beginn des spätromanischen Neubaus
29.06.1242:   Weihe nach einer Quelle aus dem 18. Jahrhundert
Um 1250:   Fertigstellung des Kreuzgangs und der Klausur; Baubeginn des Westchors mit sechsteiligem Gewölbe, geschlossen durch ein 5/8-Polygon
Um 1330:   Ersetzung der spätromanischen Apsis des Ostchors durch ein hochgotisches, querrechteckiges Chorjoch mit 6/10-Schluss
1416:   Vollendung der spätgotischen Dreikönigskapelle an der Ostseite der Klausur
07.04.1532:   Schwere Schäden durch einen Dombrand
20.01.1542:   Amtseinsetzung des weltweit ersten evangelischen Bischofs, Nikolaus von Amsdorf, durch Martin Luther; eine Lutherfigur an der Kanzel erinnert daran
1711:   und 1713: Die Osttürme erhalten Barockhauben mit Laternen
1878:   Abschluss der vierjährigen puristischen Restaurierung, die die Barockausstattung beseitigte
1968:   Abschluss der 1960 begonnenen vollständigen Instandsetzung
01.07.2018:   Verleihung des Titels UNESCO-Welterbe
Wichtige Persönlichkeiten:
Künstler:  Apel, Heinrich (1935–2020, deutscher Künstler, Bildhauer und Restaurator)
Namenspatron:  Paulus (7/10–60/68, Apostel)
Petrus (1–64 (?), Apostel und Märtyrer)
Abmessungen:
Breite [m]:  22,5
Länge [m]:  95
Quellen
Hg. Vereinigte Domstifter: Die Elisabethkapelle im Naumburger Dom, Michael Imhof Verlag, Petersberg 2008
Ludwig, Matthias und Kunde, Holger: Der Dom zu Naumburg. Großer DKV Kunstführer, DKV, Berlin 2017
Naumburg online: Der Naumburger Dom, http://www.naumburg-online.de/?load=tourismus/nol_geb_dom01.html, abgerufen 09.09.2020
Ullrich, Wolfgang: Uta von Naumburg. Eine deutsche Ikone, Wagenbach, Berlin 2018
Vereinigte Domstifter: UNESCO-Welterbestätte Naumburger Dom, https://www.naumburger-dom.de/, abgerufen 09.09.2020
Wikipedia: Naumburger Dom, https://de.wikipedia.org/wiki/Naumburger_Dom, abgerufen 09.09.2020
© 2020
TuK Bassler
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