Visit-a-Church
Key Image Borgund stavkyrkje
Vindhella 621
6888 Lærdal (Borgund)
Norwegen
Konfession: Ev.-luth.
Gemeinde: (Den norske kirke, Bjørgvin bispedøme, Sogn prosti)
Geogr. Koordinaten: 61,04739° N, 7,8124° O
Geo Location
Referenzjahr: 1180
Baustil: Mittelalter
Gebäudetyp: Stabkirche
Beschreibung: Die am besten erhaltene mittelalterliche Stabkirche mit rechteckigem Schiff und schmälerem Chor mit Apsis, stufenweisem Aufbau, ringsherum laufendem Laubengang, Dachreiter und rechteckigem Campanile; namensgebend für den Borgund-Typ, der in Schiff und Chor einen erhöhten Zentralraum hat und Vorbild für den Wiederaufbau der Stabkirchen von Gol und Fantoft; die Kirche ist dem Apostel Andreas geweiht
Namensgebung: Nach der Lage im Dorf Borgund
Baumaterial
  • Vertikale Holzpfahlkonstruktion auf einem steinernen Rahmen, der die Verrottung verhindert; gedeckt mit geteerten Schindeln
Außenanlagen
  • Friedhof mit artenreichem Flechtenbewuchs
Sehenswert
  • Portale der „Sogn-Valdres-Telemark-Gruppe“ nach der regionalen Verbreitung, Hauptportal mit Akanthusranken an den Halbsäulen; Schlangen und drachenähnliche Tiere sowie Blätter verzieren die seitlichen Felder und das Tympanon
Altar
  • Altartafel von 1654, Rahmen von 1620
Kanzel
  • von 1550-70, daneben Sakramentshaus aus der gleichen Zeit (beides im Zuge der Reformation hinzugefügt)
Taufbecken
  • Mittelalterliches Taufbecken aus Speckstein
Fenster
  • Ursprünglich nur runde kleine Öffnungen in der Wand des erhöhten Zentralraums
Geschichte:
Spätes 12. Jh.:   Errichtung der Stabkirche
13. Jh.:   Bau des freistehenden Glockenturms für die große Glocke, die heute in der benachbarten Kirche von Borgund hängt
Um 1330:   Erste schriftliche Erwähnung, Inhalt: die Kirche ist in einem schlechten Zustand und reparaturbedürftig; evt. im Anschluss Restaurierung und Hinzufügung von Laubengang und geteerter Schindelverkleidung (beides schützte vor Witterungseinflüssen)
17. Jh.:   Einsetzung eines Holzgewölbes, das bei der Restaurierung im 19. Jh. wieder entfernt wurde
1686:   Einsetzung eines neuen Fensters in der westlichen Giebelwand
1738:   Jahreszahl auf dem geschnitzten Firstkamm auf dem Dach des Schiffes
Um 1875:   Restaurierung und „Befreiung von allen Zutaten aus neuerer Zeit“ wie z. B. dem mit der Refomation 1537 hinzugefügten Gestühl
1877:   Erwerb durch den norwegischen Verein zur Denkmalspflege, der 1920 auch Eigentümer des mittelalterlichen Glockenturms wurde
1898:   Veröffentlichung des ersten Führers auf deutsch und englisch für die Touristenattraktion Stabkirche Borgund
2012:   Abschluss des 2006 begonnenen Stave Church Preservation Programme an der Kirche und am Campanile: an der Kirche wurden nach individueller Prüfung 5800 Schindeln ersetzt
Wichtige Persönlichkeiten:
Schutzpatron:  Andreas (?–60, Apostel, Bischof von Patras, Märtyrer)
Quellen
Bakken, Kristin (Hg.): Preserving the Stave Churches, Pax, Oslo 2016
Havran, Jiri: Norwegische Stabkirchen. Ein Führer für die 29 erhaltenen norwegischen Stabkirchen, Arfo
Kollandsrud, Mari: Die Stabkirche von Borgund. Die Kirche, die überlebte, Fortidsminneforeningen, 2003
Storsletten, Ola: Die Stabkirche von Borgund, Denkmalpflegeverein, 1995
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TuK Bassler
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